Witz des Jahres: Grüne retten ARD und ZDF

Die grüne Bundestagsfraktion ist in dieser Legislaturperiode ein Ausbund an Vernunft, denn angesichts des nunmehr schon seit ziemlich genau 19 Monaten täglich zu erwartenden Scheiterns der großen Koalition will man natürlich jederzeit sofort regierungsfähig sein. Aber ab und zu braucht jeder mal ein bisschen Entspannung, und dann muss ein Spaßantrag her. So wie jetzt zum Thema “Öffentlich-rechtlicher Rundfunk”.

Jedenfalls hoffen wir mal, dass das nicht ernstgemeint ist…

Anlass der Gaudi sind die vollkommen gerechtfertigten Zweifel der EU-Kommission daran, ob das mit der stetigen Erhöhung Rundfunkgebühren und der immer großzügigeren (und kostspieligeren) Interpretation des Begriffs der Grundversorgung wirklich so ganz in Ordnung geht. Die Bundesregierung hatte es vor zwei Monaten geschafft, ein Beihilfeverfahren nochmal abzuwenden, und dass ausgerechnet die kleinste Oppositionspartei beantragt, der Bundestag möge einen “Erfolg” der Merkelschwadron begrüßen, ist ja an sich schon ganz witzig. Aber dann starten die Bundestagsgrünen den Angriff auf unsere Lachmuskeln erst so richtig. Hier die besten Stellen:

  • Unter “Verbesserungen” heißt es: “Sportangebote sollen im gleichen Umfang wie bisher möglich sein”; und “die bisherige […] Deckelung der Ausgaben für Onlineangebote kann entfallen”
    Hihi! Klar, für den ja fast nicht mehr konkurrenzfähigen Profifußball in Deutschland ist es natürlich eine Verbesserung, wenn die ARD weiterhin mit unseren Gebühren die Privatsender im Rechtepoker überbieten darf. Und mit der Online-Deckelung müsste der WDR womöglich bald seine Partnerbörse schließen. Das geht natürlich nicht! Höhö!
  • Dass “die Länder über die Zulassung neuer digitaler Angebote mitentscheiden” sollen, nennt man eine Gefahr, weil “neue digitale Angebote unter Umständen nicht mehr möglich sein” könnten – und jetzt kommts – “sofern sie in Umfang und Qualität vorhandenen, frei zugänglichen Angeboten entsprechen.”
    Geil! Sowas muss einem erst mal einfallen! Schon gefährlich, wenn das Staatsfernsehen keine privat finanzierten Internetseiten nachbasteln darf. Könnte ja am Ende irgend ein dahergelaufener Startup den Profit abschöpfen…
  • “Marktzugänge dürfen nicht durch die privaten Rundfunkveranstalter abgeschnitten werden.”
    Bruahaha! Natürlich. Das wäre ja fatal, wenn der Staat nicht mehr in einem Markt mitmischen könnte, nur weil schon genug private Anbieter da sind…
  • Und am allerbesten: “Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland bezieht seine Legitimation auch daraus, dass er ein vielfältiges, auch moderne Plattformen nutzendes Programm für alle Bürgerinnen und Bürger anbietet.”
    … das sich zufällig durch nichts von den privaten Angeboten unterscheidet. Ach ja, doch: Es ist in der Produktion viel teurer. Aber das merkt man dem Endprodukt ja zum Glück nicht an.

Wer hätte den heutigen Grünen Mandatsträgern noch soviel Sinn für Ironie zugetraut? Da sieht man mal wieder, wer eindeutig die beste, schönste und lustigste Partei ist. Die Möchtegern-Spaßpartei FDP hat dagegen total versagt. Ihr Medienexperte Hans-Joachim Otto definiert “Grundversorgung” ganz humorlos so: “Öffentlich-rechtliche und gebührenfinanzierte Angebote darf es nur dort geben, wo durch Knappheit eine pluralistische Meinungsbildung behindert ist”. Wie lahm.