Russen wollen Polygamie legalisieren

Wie der österreichische katholische Nachrichtendienst kath.net meldet, hat sich der tschetschenische Ministerpräsident Ramzan Kadyrov dafür ausgesprochen, angesichts des kriegsbedingten Frauenüberschusses die Polygamie zu legalisieren.
Dass in einer muslimisch geprägten Region wie Tschetschenien solche Vorschläge gemacht werden, ist nicht besonders verwunderlich. Überrraschenderweise findet Kadyrov aber die Zustimmung ausgerechnet des Moskauer Rechtsaußen Wladimir Schirinowski, der noch im Frühjahr einen Gesetzentwurf einbringen will, der die Vielehe für ganz Russland regeln würde – schließlich gebe es “10 Millionen einsame Frauen” im Land.

So amüsant die Meldung auf den ersten Blick klingt: Nach der erfolgreichen Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft in der vorletzten Legislaturperiode wäre es auch in der deutschen Politik nur der nächste logische Schritt, auch Lebensgemeinschaften jenseits der Paarbeziehung die Möglichkeit einzuräumen, ihrer Verbindung einen wirksamen rechtlichen Rahmen zu geben. In den Niederlanden ist dies bereits möglich: Da der dort mögliche samenlevingscontract keine Beschränkung auf zwei Personen kennt, konnte der Rosendaaler Lagerarbeiter Victor de Bruin im vergangenen Jahr seine beiden Frauen “heiraten”. Im Zuge der darauffolgenden Debatte haben sich die niederländischen Grünen für eine ausdrückliche Anerkennung solcher Lebensweisen eingesetzt.